Dat Scheeten

Geschossen wird mit großkalibrigen Gewehren (16mm und mehr). Aufgrund des Wachstums der Stadt Oldenburg in den letzten hundert Jahren (so alt ist ungefähr der heutige Schützenplatz) ist es mit dem Schussfeld ein wenig eng geworden. Wo früher Wiesen waren und Kühe grasten, stehen heute Häuser. Aus diesem Grund kann nicht mehr auf die freie Stange geschossen werden. Der Vogel sitzt auf seiner Stange in einem geschmückten, mit Holz ausgeschlagenen Metall-Kasten. Die Gewehre sind lafettiert, damit kein Geschoss am Vogelkasten vorbeifliegt. Dies ist auch der Grund, warum die teils noch größeren Vorderlader (bis über 20mm), die sich oftmals noch im Besitz der Gildefamilien befinden, nicht mehr geschossen werden können. Das Ein- und Ausspannen würde das Schießen zu sehr verzögern.

 

Geschossen wird in der Reihenfolge der Nummern, die am Sonntagnachmittag beim „Nummerngrabbeln" im Gildelokal gezogen werden. Jeder Gildebruder erhält eine Nummer. In Abwesenheit (z.B. wegen kurzfristiger Krankheit aufgrund des Gildefrühstücks vom Vormittag) wird diese von einem Zeltbruder geholt.

 

Ab Montag Nachmittag ruft der Gildebote die Schützen nacheinander auf. Den ersten Schuss (die Nummer 0) hat allerdings der amtierende König. (Traditionell versucht er, sich seine Insignien, nämlich den Reichsapfel, noch kurz vor dem nahenden Ende seiner Amtszeit zu erwerben.) Die fünf lafettierten Gewehre stehen in einem leichten Rund, um allen Plätzen möglichst gute Sicht auf den Vogel zu gewähren. Der König sucht sich für seinen ersten Schuss ein Gewehr aus, alle weiteren Schüsse werden in der Reihenfolge der Nummern von links nach rechts getätigt. Die Aufgerufenen treten an die Schießleiter (so werden die Lafetten genannt, da man früher von einem schräg liegenden Brett auf zwei Beinen schoss), laden einen Schuss, zielen über den Diopter (bei Regen oder schlechter Sicht auch über Kimme und Korn) und treffen (hoffentlich), was gerade an Preisen zu sehen ist.

 

Eine Besonderheit der St. Johannisgilde ist, dass in dieser hochdemokratischen und fairen Gemeinschaft ein jeder das Recht hat, König zu werden. Dies dokumentiert sich in der Tatsache, dass niemand seinen Schuss, selbst abgeben muss, um einen Preis zu bekommen oder gar König zu werden. Jeder darf einen beliebigen Gildebruder für sich schießen lassen. Dies führt als angenehme Nebenerscheinung häufig dazu, dass gleich zwei Gildebrüder etwas zu feiern haben. Der Schützenkönig und der Königsschütze.

 

Das Schießen wird am Montag bis zum frühen Abend durchgeführt. Zwischendurch wird für unterschiedliche lange Zeit unterbrochen. Diese Melkpause (die früher tatsächlich den Bauern die Gelegenheit gab, ihre Kühe auf den Weiden hinter dem Vogel ungefährdet zu melken) bietet den aktiven Schützen heute die Möglichkeit, in ihrer Zeltgemeinschaft ein wenig am Gemeinschaftsleben mit Kaffee und Kuchen teilzuhaben. Nun soll man nicht glauben, dass man den Dreizentnerhabicht mit den paar Schuss, die in der knappen Zeit am Montag abgegeben werden können, besiegen kann. Selbst Preise hat der Vogel am Abend noch zu hauf.

 

Am Dienstagnachmittag wird das Schießen fortgesetzt. Im Verlauf des Nachmittags werden erst die Preise und anschließend auch das Rumpfholz weniger. Damit auch alle Preise erreicht werden können, muss der Vogel zwischenzeitlich gedreht werden. Hierzu sind an der Eisenstange Richtleinen angebracht, die von den Offizieren auf Anweisung des Schiess-Ältermanns (tweet Öllst) betätigt werden. Je nach Beschaffenheit des Pappelholzes, aus dem der Vogel gemacht ist, den Witterungsverhältnissen und natürlich den Schützen ist der Rumpf gegen 20:00 Uhr soweit zerfleddert, dass ein gezielter Schuss den Rest des Rumpfes von der Stange löst. Wenn „dat Isen blank" ist, hat die St. Johannisgilde v. 1192 einen neuen König.

Königsproklamation auf dem Boxring ab 2013 ( Foto Köenig Jan "Mo" Scholz ut Heringsdoerp - LN 06.2013 )
Königsproklamation auf dem Boxring ab 2013 ( Foto Köenig Jan "Mo" Scholz ut Heringsdoerp - LN 06.2013 )

Uns 68.Gill-Johr-Termine

18.06.2018 - Gillmaandag

19.06.2018 - Gilldingsdag

ca. 20:00 Uhr Königsschuß

alles weitere im Festprogramm

16.06.2018 - 09:00/30 Uhr

Zelt aufladen/-transportieren

Grillen bei Carsten

Zelt aufbauen/ Kaffeetrinken

27.05.2018 -

10 Uhr Frühschoppen bei unserem Zeltwart Klaus

16 Uhr Pfingstversammlung im Schüttenhoff

28.04.2018 - 18:30 Uhr unsere 

68. Zeltversammlung im 

Mo´drückers